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<title>Alt-Uppsala</title>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Alt-Uppsala</b> (<i>Gamla Uppsala</i>) ist eine historische Siedlung mit bedeutenden <a href="H%C3%BCgelgrab" title="Hügelgrab">Hügelgräbern</a> und heute Teil des schwedischen <a href="T%C3%A4tort" title="Tätort">Tätort</a> <a href="Uppsala" title="Uppsala">Uppsala</a>, im Stadtteil <i>Norra Staden</i> gelegen.
</p>

<p>Alt-Uppsala war in vorhistorischer Zeit ein Machtzentrum in Mittelschweden. In der frühen Eisenzeit lag der Platz nördlich einer Bucht und ermöglichte so Reisen zum Meer und den angrenzenden Seen. Die Funktionen der Siedlung können mit dem späteren <a href="Stockholm" title="Stockholm">Stockholm</a> verglichen werden. Sie war religiöses sowie administratives Zentrum mit Verbindung zur Ostsee. Die abnehmende Bedeutung des Platzes um das Jahr 1100 hängt mit der Veränderung der Wasserwege durch die fortschreitende Landhebung zusammen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Archäologie"><span id="Arch.C3.A4ologie"></span>Archäologie</h2></div>

<p>In den letzten Jahrzehnten wurden in <a href="Nordeuropa" title="Nordeuropa">Nordeuropa</a> im Zuge der <a href="Zentralplatz-Forschung" title="Zentralplatz-Forschung">Zentralplatzarchäologie</a>,<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> insbesondere an Orten, die durch reiche <a href="Edelmetalle" title="Edelmetalle">Edelmetallfunde</a> gekennzeichnet sind, Hallen entdeckt, so auch in Alt-Uppsala. Diese sogenannten „Reichtumszentren“ besitzen Gebäude, die sich in jeder Beziehung vom Umfeld abheben. Wegen der architektonischen Besonderheiten und dem Fundspektrum werden sie seit den 1990er Jahren von der nordeuropäischen Forschung als Hallen bezeichnet.
</p><p>In Alt-Uppsala liegen drei große Hügelgräber, die oft als <i>Königsgräber</i> oder <i>Uppsala-Gräber</i> bezeichnet werden. Laut Mythologie und Volksglauben sollen hier drei der alten Schwedenkönige des Geschlechtes der <a href="Ynglinger" title="Ynglinger">Ynglinger</a> liegen. Manche Sagen ordnen die Gräber drei nordischen Göttern (<a href="Thor" title="Thor">Thor</a>, <a href="Odin" title="Odin">Odin</a> und <a href="Freyr" title="Freyr">Frey</a>) zu. Nach neueren Datierungen sollen die Hügel zwischen den Jahren 475 und 550 entstanden sein. Sie haben einen Durchmesser von 55 bis 70 Metern und sind sieben bis elf Meter hoch. Sie sind damit deutlich größer als ähnliche Anlagen im Land. Direkt im Anschluss liegt ein Grabfeld aus der früheren <a href="Eisenzeit" title="Eisenzeit">Eisenzeit</a>. Aus der <a href="Wikingerzeit" title="Wikingerzeit">Wikingerzeit</a> (800–1050 n. Chr.) wurden 2018 <a href="Bootsgrab_von_Uppsala" title="Bootsgrab von Uppsala">Bootsgräber</a> gefunden. Einige kleinere Grabfelder sind im Laufe der Zeit der Landwirtschaft zum Opfer gefallen.
</p><p>In zwei der Hügel fanden 1824 bzw. 1847 Ausgrabungen statt, bei denen neben kremierten Toten persönliche Gegenstände sowie Tier- und Menschenopfer gefunden wurden. Die Feuerbestattung muss sehr heftig gewesen sein, da von allen gefundenen Teilen nur Fragmente vorhanden waren. Direkt östlich der Hügelgräber befindet sich der <i><a href="Thing" title="Thing">Tingshügel</a></i>. Dieser ist flacher und beherbergt vermutlich kein Grab, da er der Treffpunkt für die Gerichtsbarkeit war. <a href="Gustav_I._Wasa" title="Gustav I. Wasa">Gustaf Wasa</a> soll den Hügel später für einige seiner Reden an das Volk genutzt haben. Insgesamt soll das Grabfeld 2000 bis 3000 Gräber beinhalten. Mehrere ältere Quellen behaupten, dass es in diesem Gebiet einen Opferplatz und einen heiligen Brunnen gegeben haben soll, doch deren Existenz konnte nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden.
</p><p>2013 wurden beim Bau einer Eisenbahnstrecke die Überreste zweier Reihen von acht bis zehn Meter hohen Holzpfählen gefunden, die vor etwa 1500 Jahren senkrecht nebeneinander aufgestellt waren. Die eine Reihe besteht auf fast einem Kilometer Länge aus 144 Pfählen. Eine mögliche kultische Funktion – für die dort gefundene Tierknochen und damit mögliche Opferstätten sprechen – steht neben der Vermutung, dass es sich dabei um eine territoriale Markierung – etwa des Zugangsweges zu Alt-Uppsala – handelt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auf dem Gelände gruben im Jahr 2025 Unbekannte etwa 40 Löcher in den Boden. Laut der Polizei wurde anscheinend der Boden mit Metallsuchgeräten abgesucht.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Glauben_und_Religion">Glauben und Religion</h2></div>

<p>Alt-Uppsala war schon vor der Christianisierung ein religiöses Zentrum. Der entscheidende Wechsel fand statt, als Alt-Uppsala 1164 zum Erzbischofssitz wurde. Die Kirche wurde auf die Stelle gebaut, die vorher vermutlich der heidnische <a href="Tempel_von_Uppsala" title="Tempel von Uppsala">Tempel von Uppsala</a> war, welcher 1070 von <a href="Adam_von_Bremen" title="Adam von Bremen">Adam von Bremen</a> beschrieben wurde. Dieser schrieb, dass der Tempel mit Götzenbildern geschmückt war, eine Behauptung, die nach heutiger Sicht über die Religionsausübung in der Eisenzeit als zweifelhaft erscheint.
</p><p>Um 1240 fiel die Kirche einem Brand zum Opfer. Etwa 1273 wurde der Sitz des Erzbischofs in das neue Uppsala verlegt. Dort hatte man vorher schon mit dem Bau der Domkirche begonnen. Die neue Kirche in Alt-Uppsala ist ein ganzes Stück kleiner als die ursprüngliche (Siehe Bild). Ihr heutiges Aussehen erhielt sie im 15. Jahrhundert.
</p><p>In der Nähe der Kirche liegt heute das Freilichtmuseum <a href="Disag%C3%A5rden" title="Disagården">Disagården</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mythos_und_Geschichte">Mythos und Geschichte</h2></div>

<p>In Bezug auf die alten Schilderungen zur Rolle Alt-Uppsalas bei der Einigung Schwedens muss erwähnt werden, dass diese nur bedingt glaubwürdig sind. Für die Zeit vor dem 9. Jahrhundert gibt es nur Mythen, Sagen und Dichtungen. Die sogenannte <i><a href="Ynglingatal" title="Ynglingatal">Ynglingatal</a></i> berichtet, dass das Geschlecht der Ynglinger bis ins 7. Jahrhundert hinein von Alt-Uppsala aus regiert haben soll. Die <a href="Heimskringla" title="Heimskringla">Heimskringla</a>, eine Sage des Isländers <a href="Snorri_Sturluson" title="Snorri Sturluson">Snorri Sturluson</a>, berichtet, dass im 5. und 6. Jahrhundert die Könige Aun, Adils und Egil in Alt-Uppsala begraben wurden. Dies passt mit den archäologischen Datierungen zusammen. Weitere Dichtungen, in denen über Alt-Uppsala berichtet wird, sind das englische Epos <a href="Beowulf" title="Beowulf">Beowulf</a>, die dänische Chronik <i><a href="Gesta_Danorum" title="Gesta Danorum">Gesta Danorum</a></i> und die isländische <i><a href="Hr%C3%B3lfs_saga_kraka" title="Hrólfs saga kraka">Hrólfs saga kraka</a></i>.
</p><p>Im Jahr 2000 öffnete in der Nähe des Grabfeldes das <i>Gamla Uppsala Museum</i>. Hier werden Mythen und die Geschichte des Platzes dargestellt.
</p>
<div style="box-sizing:border-box;clear:{{{clear}}}; max-width:100%;margin-top:0.1em; margin-bottom:0.1em; margin-left:auto; margin-right:auto;"><div class="thumbinner centered panorama" style="max-width:802px; width: 100%; width: inherit;"><div class="thumbimage noresize" style="overflow-y:hidden; overflow-x:scroll; overflow:auto; width:100%; width:inherit;"><span typeof="mw:File"></span></div><div class="thumbcaption" style="text-align: center;"><div style="float:right; margin:0 3px"><span class="skin-invert" typeof="mw:File"><a href="https://tools.wmflabs.org/zoomviewer/?flash=no&amp;f=Gamla+Uppsala+-+Royal+mounds+pano.jpg" title="Interaktiver Bildbetrachter" class="external"></a></span></div><div style="float:left; width:30px; height:12px;"></div>Panorama der königlichen Begräbnishügel in Gamla Uppsala</div></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Persönlichkeiten"><span id="Pers.C3.B6nlichkeiten"></span>Persönlichkeiten</h2></div>
<p>In der Kirche liegt der schwedische Gelehrte <a href="Anders_Celsius" title="Anders Celsius">Anders Celsius</a> (1701–1744) begraben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Gamla_Uppsala?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Alt-Uppsala</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.wikinger.org/myth/uppsala.htm">Weitere Infos und Fotos</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Walter Christaller (1893–1969) war 1933 der Begründer der „Theorie der zentralen Orte“, die es zum Ziel hat, Netzwerke benachbarter Herrschaftssitze nachzuweisen.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/schweden-archaeologen-entdecken-riesiges-monument-aus-der-eisenzeit-1.1798587"><i>Archäologen entdecken riesiges Monument aus der Eisenzeit.</i></a> In: <i><a href="S%C3%BCddeutsche.de" class="mw-redirect" title="Süddeutsche.de">Süddeutsche.de</a></i>, 19. Oktober 2013.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.svt.se/nyheter/lokalt/uppsala/40-tal-gropar-gravda-vid-uppsala-kungshogar-polisen-utreder-brott"><i>40-tal gropar grävda vid Uppsala Kungshögar – polisen utreder brott</i></a> bei svt-se vom 10. Dezember 2025</span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">59.897777777778</span><span class="longitude">17.630833333333</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:59.897777777778,17.630833333333"><span title="Breitengrad">59°&nbsp;54′&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">17°&nbsp;38′&nbsp;<abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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